Samstag, 31. Juli 2010 - 09:08

Literatur

Jahrbuch Deutscher Werberat 2009

Das 1972 gegründete Gremium arbeitet als Konfliktregler zwischen werbenden Unternehmen und umworbenen Verbrauchern. Der Werberat arbeitet wie ein Schiedsrichter. Bei berechtigter Kritik drängt er darauf, dass die Werbung eingestellt oder geändert wird. Bei ungerechtfertigten Protesten – zum Beispiel bei gesellschaftspolitischen Extrempositionen – stellt sich der Werberat schützend vor die angegriffene Firma.

Bisher hat der Rat rund 15.600 Proteste bearbeitet, die rund 7.000 einzelne Werbeaktivitäten der Wirtschaft betrafen. In rund 2.370 Fällen änderten die Firmen ihre Werbung. Nur bei 92 Vorgängen musste der Werberat Öffentliche Rügen aussprechen, um mit Hilfe dieser Sanktion die Unternehmen zum Einlenken zu bewegen (Durchsetzungsquote: 96 Prozent).

Grundlagen für Entscheidungen des Werberats sind die allgemeinen Gesetze, werberechtliche Vorschriften, spezielle Verhaltensregeln der Werbebranche zu einigen Sozialbereichen (Werbung mit und vor Kindern in TV, Markt-Kommunikation für alkoholische Getränke, Menschenwürde) sowie die aktuell herrschende Auffassung über Sitte, Anstand und Moral in der Gesellschaft.

Getragen wird der Deutsche Werberat vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), dem 43 Verbände der werbenden Firmen, Agenturen, Medien, Forschung und Berufsgruppen angehören. Aus diesem Kreis wählen die Organisationen die Mitglieder des Gremiums. Der Werberat diskutiert und entscheidet über Beschwerdefälle überwiegend in einem separaten Chatroom im Internet.

88 Seiten
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Verlag edition ZAW, Berlin

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