Werberat rügt Online-Shop - Leichenteile im Kühlschrank

Werberat rügt Online-Shop - Leichenteile im Kühlschrank

BERLIN, 12. Oktober 2011  (dw) - Wie bekommt man Aufmerksamkeit bei Verbrauchern, wenn man ihnen Kühlschränke und gleichzeitig Krimis verkaufen will? Das Unternehmen redcoon GmbH (Aschaffenburg) hatte sich für die Anzeige in der Samstagsausgabe einer überregionalen Zeitung Spezielles ausgedacht, was zu Beschwerden beim Deutschen Werberat in Berlin führte.

Zu sehen ist in der Anzeige ein geöffneter zweitürige Gefrierschrank, dessen Fächer nicht nur mit Büchern gefüllt sind: Da baumelt ein blutiger Arm heraus, auch liegt in einem Kühlfach der blutverschmierte Kopf eines Mannes und zwei Fächer weiter jener eines Schweins mit kleckerndem Blutrinnsal am Fächerrand.

Die Firma redcoon hielt diese Form der Marktpropaganda nicht - wie die Beschwerdeführer und der Werberat - für Menschen verachtend oder Kinder gefährdend. Es sei doch offensichtlich, dass es sich um Fotomontagen handele.

Dieser Argumentation schloss sich der Werberat nicht an und rügte das Unternehmen öffentlich über die Massenmedien, weil zunächst keine Korrektur des beanstandeten Anzeigensujets erfolgte.