Werberegulierung in Deutschland

In Deutschland existiert ein duales System zur Beschränkung der Werbung. Es setzt sich aus umfangreichen rechtlichen Vorgaben für die kommerzielle Kommunikation der Unternehmen und freiwilligen Verhaltensregeln der Werbewirtschaft zusammen.

Der Staat schützt die Verbraucher - etwa durch das Verbot irreführender, belästigender oder jugendgefährdender Werbeaussagen. Doch das Recht hat seine Grenzen und damit auch die Rechtsprechung: Nicht alles ist juristisch regelbar. Bei rechtlich zulässiger, aber aus Sicht der Verbraucher unanständiger Markt-Kommunikation greift deshalb der Deutsche Werberat ein. Dabei geht es um Sachverhalte, die nicht oder nur schwer justiziabel sind, wie beispielsweise herabwürdigende oder diskriminierende Werbemaßnahmen, beleidigende Werbebildern oder Werbetexte, Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern und Jugendlichen, Verletzung religiöser Empfindungen oder schockierende Gewaltdarstellungen in der Werbung.

Dieses duale System ist unverzichtbar: Eine an der Lebensrealität orientierte Rechtsordnung und die selbstdisziplinäre Moral der Werbebranche schützt die Gesellschaft vor Missständen in der kommerziellen Kommunikation und gleichzeitig vor unverhältnismäßigen Eingriffen des Staates in den werbenden Wettbewerb der Unternehmen.