Beschwerdeverfahren

Nach Eingang einer Beschwerde, die nicht von vornherein unbegründet ist, erhält das von der Kritik betroffene Unternehmen Gelegenheit zur Gegenäußerung. Überzeugt diese Darstellung nicht und wird die Werbemaßnahme weiterhin unverändert geschaltet, so entscheidet das Gremium. Stimmt der Werberat mehrheitlich für eine Beanstandung, unterrichtet er das Unternehmen und fordert zur Änderung oder Einstellung der betroffenen Werbung auf. Geschieht dies nicht, wird das Unternehmen öffentlich für die Werbeaktivität gerügt.

Bei vermuteten Gesetzesverstößen verweist der Werberat den Fall unverzüglich an hierauf spezialisierte Stellen - zum Beispiel an die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, den Verein für lautere Heilmittelwerbung, den Schutzverband der Spirituosenindustrie, die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die Kommission für Jugendmedienschutz oder in Ausnahmefällen auch an die Staatsanwaltschaft. Sie können juristische Mittel gegen unzulässige Werbemaßnahmen einsetzen.

Richtet sich die Kritik gegen redaktionelle Teile der Medien, leitet der Werberat den Fall an die zuständigen Selbstkontrolleinrichtungen für diesen Bereich weiter (z.B. Deutscher Presserat, Freiwillige Selbstkontrolle Mulitmedia-Dienstanbieter FSM, Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft FSK, Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen FSF.