JUGENDGEFÄHRDENDE ALKOHOL-WERBUNG - Werberat rügt Hersteller von "Partylikör"

JUGENDGEFÄHRDENDE ALKOHOL-WERBUNG - Werberat rügt Hersteller von "Partylikör"

BERLIN, 4. November 2008 (dw) – Der Deutsche Werberat hat die EFAG Trade Mark Company aus Altheim in Baden-Württemberg öffentlich gerügt. Das Unternehmen verstoße mit der Bewerbung seines Likörs namens "Ficken" mehrfach gegen die Grundsätze des Deutschen Werberats. Im Internet oder auf Plakaten verwende der Schnapshersteller eine fiktive, in Deutschland nicht existente Altersgrenze von 20 Jahren, um das Getränk gerade für Jugendliche interessant zu machen. Dazu käme der bewusst hergestellte Zusammenhang zwischen Alkohol und Geschlechtsverkehr ("ficken"), so dass der Eindruck erweckt würde, das Getränk fördere sexuellen Erfolg. Die Beschwerde gegen die Werbung kommt aus der Branche selbst: vom Schutzverband der Spirituosen-Industrie. Den Werberat erreichten darüber hinaus auch Beschwerden aus der Bevölkerung.

Der auf den Werbemitteln verwendete Vermerk "Unter 20 Jahren verboten" verstoße gegen die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke. Danach sollen in der Werbung keine Aussagen vorhanden sein, in denen Kinder und/oder Jugendliche als noch nicht alt genug für den Konsum alkoholhaltiger Getränke angesprochen und dadurch zum Trinken provoziert werden. Auch der Zusammenhang von Alkohol und Geschlechtsverkehr verstoße gegen das Regelwerk, wonach Alkoholwerbung nicht den Eindruck erwecken darf, der Konsum alkoholhaltiger Getränke fördere sexuellen Erfolg.

Die EFAG Trade Mark Company rechtfertigte sich mit dem Hinweis auf den Einzug des Wortes "ficken" in die Umgangssprache weiter Bevölkerungsschichten und sieht seine Produktwerbung als Comedy bzw. Satireprogramm. Nicht nur die Branche selbst in Gestalt des Schutzverbands der Spirituosen-Industrie sah dies anders, sondern auch die selbstdisziplinäre Einrichtung der Werbewirtschaft, der Deutsche Werberat. Das Gremium stufte die Werbung als Verletzung der Wertmaßstäbe ein, die sich die Werbewirtschaft im Bereich der kommerziellen Kommunikation für alkoholhaltige Getränke selbst auferlegt hat.

Hinweis

Die Angaben hinsichtlich der Gestaltung der jeweiligen Werbemaßnahme sowie des verantwortlichen Unternehmens beziehen sich auf den für das Beschwerdeverfahren maßgeblichen Zeitpunkt der öffentlichen Rüge. Die aktuelle Gestaltung der Werbemaßnahme und das heute hierfür verantwortlich zeichnende Unternehmen können daher von den damaligen Gegebenheiten abweichen.