Werberat: "Ausbeutung von Nacktheit" - Hamburger Möbelhaus gerügt

Werberat: "Ausbeutung von Nacktheit" - Hamburger Möbelhaus gerügt

BERLIN, 21. März 2012 (dw) - Der Deutsche Werberat hat das in Hamburg ansässige Möbelhaus Tristan Einrichtungs GmbH wegen grober Ausbeutung von Nacktheit, gekoppelt mit würdelosen Details öffentlich gerügt. Das Unternehmen macht auf einen Räumungsverkauf mit der Abbildung einer nackten Frau auf seinen Umzug innerhalb der Stadt aufmerksam. Der Kopf der Frau steckt unter einer braunen Tüte mit einem darauf von Hand gezeichneten Prozentzeichen. Ihr Schambereich wird nicht ganz vollständig vom Logo der Firma mit der Aufschrift verdeckt 'Die Wäscherei Das Möbelhaus'.

Der Geschäftsführer des Gewerbes, Michael Eck, hatte die Meinung mitgeteilt, es bedürfe erheblich gestörter Fantasie, diese Werbung als provozierend einzustufen. Sie sei ästhetisch, künstlerisch und habe Humor. Sie stamme von dem international bekannten Fotografen Atilla Erüstün und dem renommierten Hamburger Artdirector Tibor Hegedüs.

Das Entscheidergremium des Werberats aus 13 Experten der werbenden Unternehmen, Medien und Agenturen bewertete diese Firmenpropaganda einstimmig als besonders krassen Fall der kommerziellen Ausbeutung nackter Körper von Menschen. Die Abbildung der Frau in dieser Form benutze den weiblichen Körper als reinen Blickfang ohne jeglichen Bezug zum eigentlichen Anliegen der Werbebotschaft - den Umzug des Möbelhauses. Das verletze die Würde von Frauen und verstoße dadurch gegen die Grundsätze des Werberats zur Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen.

Wegen fehlender Bereitschaft der Tristan Einrichtungs GmbH zur Korrektur oder Rücknahme des Anzeigenmotivs erteilte die Werbeselbstkontrolle der Firma eine öffentliche Rüge und informierte entsprechend die Massenmedien.

 

Hinweis

Die Angaben hinsichtlich der Gestaltung der jeweiligen Werbemaßnahme sowie des verantwortlichen Unternehmens beziehen sich auf den für das Beschwerdeverfahren maßgeblichen Zeitpunkt der öffentlichen Rüge. Die aktuelle Gestaltung der Werbemaßnahme und das heute hierfür verantwortlich zeichnende Unternehmen können daher von den damaligen Gegebenheiten abweichen.