WERBERAT RÜGT ENTGLEISUNGEN - Frauen "24 h open", auch mit Wasser

WERBERAT RÜGT ENTGLEISUNGEN - Frauen "24 h open", auch mit Wasser

BERLIN, 3. März 2009 (dw) - Als "demütigend, herabwürdigend und damit menschenunwürdig" hat der Deutsche Werberat die Firmenpropaganda der Hotelkette Hostel A&O (Beiersdorf-Freudenberg) sowie des Fassadenbauers WOFA GmbH (Weil in Schönbuch) öffentlich gerügt. "Beide Unternehmen beleidigen Frauen in grober sexistischer Geschmacksverirrung durch die Art der gezeigten Werbebilder", sagte ein Sprecher der selbstdisziplinären Institution der Werbebranche in Berlin.

Der Hotelbetreiber zeigt auf einer Werbepostkarte den Unterleib einer Frau im Bikini mit der Aufschrift in der Höhe des Schambereichs "24 h open" sowie dem Text "Sexy Preise". Diese Darstellung verstößt gegen die Grundsätze des Werberats, nach der Menschen nicht auf ihre rein sexuelle Funktion in der Werbung reduziert und keine entsprechende ständige geschlechtliche Verfügbarkeit suggeriert werden dürfe.

Die Baufirma WOFA machte mit einem Plakat an einer Fassade auf sich aufmerksam, auf dem ein Frauengesäß im String und dem dazu gestellten Text zu sehen ist "Nicht überall sieht Wasser so attraktiv aus". Der Werberat teilte die Ansicht der ortsansässigen Kritiker, dass die Bild- und Textpräsentation Frauen diskriminiere, zumal keinerlei Zusammenhang mit der Firmenleistung bestehe.

Weil die Firmen trotz der Kritik aus der Bevölkerung und der Beanstandung durch den Werberat die Motive zunächst nicht stoppten, erfolgten öffentliche Rügen. Das Gremium will mit dieser Maßnahme eine öffentliche Debatte anstoßen, um die Unternehmen letztlich zum Nachdenken und Einlenken zu bewegen.

Der Deutsche Werberat wird von den 43 im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zusammengeschlossenen Verbänden der werbenden Unternehmen, der Medien und Agenturen getragen. Jeder kann sich an das Gremium in Berlin wenden, wenn er sich über kommerzielle Werbung beschweren will. Dabei geht es dem Werberat insbesondere darum, selbstdisziplinär vor allem bei solchen Missgriffen in der Markt-Kommunikation zu wirken, die rechtlich nicht zu beanstanden sind.

Hinweis

Die Angaben hinsichtlich der Gestaltung der jeweiligen Werbemaßnahme sowie des verantwortlichen Unternehmens beziehen sich auf den für das Beschwerdeverfahren maßgeblichen Zeitpunkt der öffentlichen Rüge. Die aktuelle Gestaltung der Werbemaßnahme und das heute hierfür verantwortlich zeichnende Unternehmen können daher von den damaligen Gegebenheiten abweichen.